Diskussionen und ihre Erfolge

14.02.2018

Karsten Staude ist in unserer Aufnahmestelle tätig. Er reflektiert den aktuellen Stand der Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt.

Karsten Staudezoom

Auf unterschiedlichen Fachtagen diskutierten Teilnehmer*innen bereits die problematische Situation der Wohnmöglichkeiten für die von ZIK und anderen Berliner Einrichtungen zu betreuenden Menschen.

Solche Diskussionsmöglichkeiten wie beim Fachtag „Inklusiv Wohnen“ zu Jahresbeginn sind wichtig für uns, weil wir als einer der vielen sozialen Träger in Berlin dabei mit den anderen Trägern und auch mit der Wohnungswirtschaft ins Gespräch kommen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hatte im letzten Jahr erfreulicherweise eine beratende Anlaufstelle, also eine spezielle Agentur eingerichtet, die uns mit der Wohnungswirtschaft in Kontakt bringen will.

Bei mehreren Veranstaltungen war zuvor bereits deutlich geworden, dass es für die Wohnungswirtschaft in Berlin hilfreich wäre, nur einen Ansprechpartner zu haben anstatt mit zahlreichen unterschiedlichen sozialen Trägern einzeln ins Gespräch gehen zu müssen, wenn es darum geht, Wohnungen für zu Betreuende bereitzustellen. Immer wieder sind Wohnungsgesellschaften ja auf der Suche sind nach sozialen Trägern als Mietern für Klient*innen mit WBS-Berechtigung.

Direkte Mietverträge als Ziel

Unser Hauptanliegen dabei ist aber, dass unsere Klient*innen direkte Mietverträge bekommen und wir nicht mehr selbst als Mieter solcher Wohnungen eingebunden werden.

Zum einen verursachen die bisher üblichen „Trägerwohnungen“ bei uns selbst zusätzliche Kosten durch die dazu notwendigen Verwaltungsaufwände – wir müssen dazu Fachpersonal, Fahrzeuge und Material bereitstellen. Vom Berliner Senat gibt es zwar erfreulicherweise seit Jahresbeginn für diese Aufwände eine kleine Trägerpauschale, die aber nicht auskömmlich gestaltet ist.

Zum anderen bringt die oftmals gegebene Doppelrolle als Mieter und als Vermieter einer Wohnung auch andere Schwierigkeiten mit sich. Zur Förderung eines wieder mehr selbstbestimmten Lebens unserer Bewohner*innen können solche Doppelverträge zudem nicht wirklich beitragen.

Die Initiative der neuen Agentur hat für uns bereits erste Früchte getragen, denn wir konnten auf diesem Wege bei einer Gesellschaft für mehrere ZIK-Klient*innen in einem Neubauprojekt direkte Mietverträge erreichen.

Dies ist ein wichtiger Erfolg, denn die von uns Betreuten haben in der Regel keine Chance, auf dem Wohnungsmarkt eine Mietwohnung zu finden. Unsere Hoffnung ist nun, dass die neue Agentur direkt dazu beitragen wird, von ZIK betreute Menschen bei neuen Mietvorhaben mit direkten Vertragsverhältnissen unterzubringen.

 
 

Selbst weiter „am Ball bleiben“

Wir beteiligen uns natürlich einerseits an der Aufrechterhaltung der Agentur und sind zusammen mit anderen Trägern gespannt auf eine erste Evaluierung ihrer Ergebnisse. Auf jeden Fall betrachten wir die Arbeit der Agentur mit großem Interesse.

Zugleich werden wir andererseits aber nicht unsere eigenen Anstrengungen einstellen, für unsere Klient*innen bezahlbaren Wohnraum mit direkten Mietverträgen zu erreichen. Dazu gehört, dass wir uns um die Erteilung von Wohnberechtigungsscheinen kümmern und eine Aufnahme ins geschützte Marktsegment beantragen.

Vor allem geben wir die Hoffnung nicht auf, dass Vermieter bereit sind, Menschen mit Schwierigkeiten oder auch mit negativen Schufa-Einträgen ein Mietverhältnis anbieten zu wollen. Dazu leiten wir unsere Klient*innen an, wir erstellen mit ihnen gemeinsam Mappen für die Wohnungsbewerbung und nutzen unsere langjährig gewachsenen Netzwerke für dieses wichtige Ziel.

Karsten Staude

 
 

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